Elektroauto beim Aufladen
Elektroauto beim Aufladen
Zum Juli 2020 verdoppelt sich die maximale staatliche Elektroautoprämie auf bis zu 9.000 Euro. Davon werden bis zu 6.000 Euro von der Bundesregierung und der Rest von der Automobilindustrie getragen.

China ist nicht nur weltgrößter Fahrzeugmarkt über alle Antriebsarten hinweg, sondern auch mit weitem Abstand führend beim derzeitigen Absatz von Elektroautos. Wie auch beim Absatz von konventionellen Verbrennerautos folgt die USA auf Rang zwei mit rund drei Mal weniger verkauften E-Autos als China. Auf Rang drei der Länder mit der größten Anzahl an verkauften Elektrofahrzeugen folgt inzwischen Deutschland. Der weltweite Absatz von Elektrofahrzeugen (BEV und PHEV) belief sich 2019 auf eine Stückzahl von rund 2,1 Millionen. Hier geht es direkt zu den TOP 10!

Marktanteile von Elektrofahrzeuge an allen Neuwagenkäufen

Norwegen führt hinsichtlich des Marktanteils der Elektrofahrzeuge an allen verkauften Autos mit immensem Vorsprung. Im Jahr 2019 waren mehr als die Hälfte (55,9%) aller inländisch abgesetzten Fahrzeuge überwiegend elektrobetrieben. Wohingegen die traditionell wichtigen Autoabsatzmärkte Japan (0,9%), USA (2,1%) und Deutschland (3,0%) nur vergleichsweise magere Werte vorweisen können. Im Falle Deutschlands begünstigt das schlechte Abschneiden unter anderem die verhältnismäßig niedrige Elektroautokaufprämie, die international sehr hohen Strompreise sowie eine noch eher niedrige Dichte an Elektroladestationen.

Der hohe Marktanteil von Elektrofahrzeugen in China erklärt sich neben finanziellen Käuferanreizen auch insbesondere durch enorme Zulassungserleichterungen in den inzwischen größten chinesischen Städten. So gibt es in Peking jährliche Zulassungshöchstgrenzen für Autos mit konventionellen Verbrennungsmotoren, die die Nachfrage bei weitem unbefriedigt lässt (siehe: internationaler PKW-Absatz). Elektroautos sind jedoch ganz bewusst von dieser Zulassungsbeschränkung ausgenommen.

Elektroprämie vielerorts nur für im Inland hergestellte Autos

Die meisten verkauften Elektrofahrzeuge in China kommen von einheimischen Herstellern. Dies ist nicht nur der Marktnähe und stärkeren Präsenz geschuldet, sondern auch einem weiteren Umstand. Wie auch beispielsweise US-amerikanische Verbraucher, erhalten chinesische Autokäufer die staatliche Elektroprämie lediglich für (überwiegend) im Inland gefertigte Fahrzeuge. In Deutschland hingegen werden bei der Vergabe von Elektroautokäuferprämien derzeit keine Unterschiede bei den Herstellern und dem überwiegenden Produktionsland gemacht.

Zunehmende Bedeutung von Elektrofahrzeugen

Die USA führt derzeit aus Ländersicht beim Export von Elektrofahrzeugen und deren Zulieferteilen. Nicht jedoch hinsichtlich des einheimischen Absatzes. Mit Blick auf die Privatbenutzung unternehmen zahlreiche Betriebe und Länder derzeit enorme Anstrengungen, um hier die Führung zu übernehmen. Die zunehmende Bedeutung der Elektrofahrzeugindustrie lässt sich im Allgemeinen durch verschärfte Umweltauflagen, großzügige einmalige staatliche Elektroprämien, KFZ-Steuer-Erleichterungen sowie einer staatlichen Förderung von Elektroladestationen erklären. Auch verleihen ihr zunehmend Umweltschutz- und Imageaspekte Wind – auch wenn das mit Blick auf den Energiemix so mancher Staaten im Grunde irrwitzig erscheint.

Im Fall von Norwegen erklärt sich der E-Trend zusätzlich damit, dass die dortigen Benzinpreise wegen hoher Steuern zu den höchsten der Welt, die Strompreise dagegen zu den niedrigsten aller Industriestaaten zählen. Dies macht Elektrofahrzeuge gleich mehrfach lukrativ für norwegische Autokäufer und führt im Ergebnis dazu, dass Norwegen – seiner kleinen Bevölkerungsgröße sowie fehlenden Elektroautoindustrie zum Trotz – nun weltweit zu den bedeutendsten Elektroautomärkten zählt.

2019

Die zehn größten Absatzländer von Elektroautos

2018

Die zehn größten Absatzländer von Elektroautos

2017

Die zehn größten Absatzländer von Elektroautos


Quellen:
International Energy Agency (IEA) – Global EV Outlook 2020.
International Energy Agency (IEA) – Global EV Outlook 2019.
Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle – Pressemitteilung.

Christopher Wagner

Christopher Wagner

Durch mein Interesse an internationalen Wirkungszusammenhängen und dabei insbesondere Schwellenländern, zog es mich neben dem Studium der Sinologie sowie Volkswirtschaftslehre in weitere Teile dieser Welt, unter anderem China, Hong Kong, Polen, Portugal sowie Mexiko. Meine Leidenschaft ist die global vernetzte Welt, die ich mit unseren Lesern mit großer Freude teilen möchte! Möchten Sie mit uns über unsere Themen sprechen? Schreiben Sie uns!