Adidas ist Europas größter Schuhhersteller und weltweit die Nummer zwei hinter dem historischen US-Rivalen Nike.

Beim Handel von Schuhen (sowohl mit als auch ohne Leder) führt noch kein Weg vorbei an China, das mit einem Anteil von rund 30% am weltweiten Exportaufkommen an Schuhen aus Leder den internationalen Schuhhandel noch immer dominiert. Das Zweitplatzierte Vietnam nähert sich jedoch in äußerst großen Sprüngen. Das weltweite Exportvolumen von Schuhen mit Lederanteil belief sich für 2019 auf rund 40,1 Milliarden Euro. Hier geht es direkt zu den TOP 10!

Russland einst führend in der Schuhproduktion

Bis in die 70er Jahren hinein waren die Sowjetunion (heutiges Russland), die USA sowie Italien noch die weltweit drei größten Exporteure von Schuhen. Im Zuge weiter stark steigender Fertigungslöhne und dem Outsourcing-Trend hin zu Entwicklungsländern mit weitaus geringeren Löhnen, gaben Schuhunternehmen aus beiden Länder immer weiter ihre Fertigung in chinesische Hände. Seit 1985 sind chinesische Produzenten nun bereits durchgehend an der Spitze und China ist seither das mit Abstand häufigste Herkunftsland von sowohl Bekleidung als auch Schuhware.

Schuhexporte insgesamt

Die weltweiten Exporte von Schuhen über alle Arten inkl. Schuhteilen hinweg belief sich global auf 136,94 Milliarden Euro. China machte auch daran den Löwenanteil aus – mit deutlichem größerem Abstand zum Zweitplatzierten Vietnam. Die chinesischen Gesamtexporte von Schuhen und Schuhteilen summierte sich 2019 auf rund 42,70 Milliarden Euro.

1. China: 42,70 Mrd. €
2. Vietnam: 22,62 Mrd. €
3. Italien: 11,02 Mrd. €

Kambodscha vervierfachte seinen Schuhexport in nur vier Jahren

Das größte Wachstum der Schuhfertigungsindustrie erreichte Kambodscha mit einer Vervierfachung seiner Exporte seit 2014. Derzeit ist Kambodscha das elftgrößte Exportland von Lederschuhen. Vietnams Exporte stiegen ebenfalls stark, und zwar um das 2,5-fache, im selben Zeitraum. Die Exporte aus dem Branchenprimus China wuchsen zwar immerhin um ca. 40% in den vergangenen vier Jahren, jedoch nähern sich andere Staaten, wie Vietnam, langsam an den Vorsprung Chinas im Textil- und Schuhbereich anzunähern.

Zwei bedeutende Branchentrends

Erstens kommt es nach wie vor verstärkt zur Ansiedlung neue Fabriken und Produktionsanlagen in Ländern, welche eine günstigere Produktion zulassen als im derzeitigen Marktführer China. Hierbei verlassen nun selbst chinesische Schuhproduzenten das Land hin zu Anrainerländer wie Kambodscha, Vietnam, Myanmar oder gar Äthiopien – das neue Schuhmekka Afrikas-, wo die Lohnkosten derweil um ein Vielfaches niedriger sind. So sind ist der Weltmarktanteil Chinas bei der Ausfuhr von Lederschuhen von 54,1% für 2017 auf nun lediglich 29,9% zusammengeschmolzen.

Zweitens lässt sich beobachten, dass aus Marken- und Imagegründen die Herstellung vor allem hochpreisiger Schuhe vermehrt in Hochlohnländern wie Deutschland, Italien und Frankreich stattfindet. Dieser umkehrende Trend wird auch durch die fortschreitende Automatisierung in der Schuh- und Bekleidungsindustrie begünstigt aber auch durch Imageaspekte und sich verändernde Verbraucherpräferenzen. Eine Automatisierung der Produktion lässt eine Fertigung mit weniger Einsatz von Mitarbeitern zu (geringere Lohnintensität), weswegen sich der relative Preisvorteil gegenüber einer Produktion im Ausland entsprechend verringert.

2019

Die international größten Exportländer von Schuhen aus Leder


2018

Die international größten Exportländer von Schuhen aus Leder


2017

Die international größten Exportländer von Schuhen aus Leder



Quelle:
International Trade Centre (ITC) – Exportdaten.

World Footwear – Äthiopien.


Christopher Wagner

Christopher Wagner

Durch mein Interesse an internationalen Wirkungszusammenhängen und dabei insbesondere Schwellenländern, zog es mich neben dem Studium der Sinologie sowie Volkswirtschaftslehre in weitere Teile dieser Welt, unter anderem China, Hong Kong, Polen, Portugal sowie Mexiko. Meine Leidenschaft ist die global vernetzte Welt, die ich mit unseren Lesern mit großer Freude teilen möchte! Möchten Sie mit uns über unsere Themen sprechen? Schreiben Sie uns!