Erdölexport 2017
Erdölförderung mittels Ölförderanlage

Das weltweit wertmäßig am meisten exportierte Produkt ist Erdöl noch vor Autos mit insgesamt 843,7 Milliarden US-Dollarn. Saudi-Arabien ist dabei die historische als auch die aktuelle Nummer 1 mit knapp 16% Exportanteil am weltweiten Handel von Erdöl in 2017. Auf den nächsten Rängen folgen Russland und der Irak mit rund 11% bzw. 8%. Hier geht es direkt zu den TOP 10!

Der gesamte Erdölexport der in den Top 10 vertretenen Ländern machen etwa zwei Drittel des weltweiten Exports von Rohöl aus. Aus regionaler Sicht wichtigstes Herkunftsland ist der Nahe Osten, aus dem mehr als 39% des Öls (nach Wert) stammt. 

USA zwar größter Produzent, nicht aber Exporteur von Erdöl

Anzumerken ist, dass die USA aufgrund ihrer hohen Inlandsnachfrage als derzeitige Nummer 1 der weltweiten Erdölproduzenten nicht als Erdölexporteure in den Top 10 vertreten ist, sondern gar weiterhin bedeutender Importeur von Erdöl ist. Der Schieferölförderboom der vergangenen Jahre ermöglichte den USA eine historische einmalige Steigerung ihrer Erdölproduktion.

Die Holländische Krankheit als Entwicklungshemmnis für ölreiche Staaten

Festzustellen ist auch, dass die größten Exporteure von Erdöl nicht automatisch reicher sind als jene ohne Erdölvorkommen. Eine Erklärung für dieses Phänomen liefert die „Holländische Krankheit“, welche dann auftreten kann, sobald ein Land über große Rohstoffvorkommen wie Erdöl oder Erdgas verfügt. Dadurch, so die Idee in Kürze, verlässt sich die Regierung und die Einwohner eines Landes zu sehr auf diese Rohstoffsektor und vernachlässigt dabei Innovation und weitere Wirtschaftszweige wie das produzierende Gewerbe. Eine der Möglichkeiten dem entgegenzuwirken ist der Aufbau eines Staatsfonds aufbauend auf den Exporterlösen der Rohstoffe. Diese Kapitalmittel werden dann gewinnbringend im Ausland investiert wie dies heute die meisten der Erdölproduzierenden Länder tun. Saudi Arabien verfolgt mit seiner “Saudi Vision 2030” eine solche Wirtschaftsstrategie.

Wohlstand insbesondere für ölreiche Länder mit geringer Bevölkerung

Der vergleichsweisen geringen Bevölkerungszahl und der weltweit gesehen geringen Erdölförderkosten der Region geschuldet, vermochten sie es in den vergangenen Jahren bescheidenen Wohlstand pro Kopf zu schaffen. Zunehmend gewinnt allerdings der Tourismus dank subventionierter Staatsairlines und geschickten Stadtmarketings sowie ferner ihre Rolle als regionalem Unternehmenshub an Bedeutung, um so zu ihrer Abhängigkeit vom Erdöl an der Wirtschaft.


Top 10 Länder nach Erdöl-Exporten in 2017


Quellen: International Trade Centre (ITC).


Christopher

Christopher

Durch mein Interesse an internationalen Wirkungszusammenhängen, und dabei insbesondere Schwellenländern, zog es mich neben dem Studium der Sinologie sowie Volkswirtschaftslehre in weitere Teile dieser Welt, unter anderem China, Hong Kong, Polen, Portugal sowie Mexiko. Meine Leidenschaft ist die global vernetzte Welt, die ich mit euch mit großer Freude teilen möchte!