Erdölexport 2017
Erdölexport 2017
Die Errichtung von Staatsfonds sind für erfolgreich geführte Ölstaaten die Regel.

Das international wertmäßig am meisten exportierte Einzelprodukt ist Erdöl mit einem Gesamtexportvolumen von insgesamt 1,04 Billionen US-Dollar. Saudi-Arabien ist dabei die historische als auch die aktuelle Nummer eins mit knapp 13,3% Exportanteil am weltweiten Exporthandel von Erdöl für 2019 – führend nicht mehr jedoch bei der Fördermenge. Aus regionaler Sicht wichtigste Herkunftsregion ist der Nahe Osten, aus dem rund 39% des weltweiten Öls stammt. Hier geht es direkt zur TOP 10-Übersicht!

USA zwar größter Produzent, nicht aber Exporteur von Erdöl

Anzumerken ist, dass die USA zwar die derzeitig unangefochtene Nummer eins unter den weltweiten Erdölförderländern ist, jedoch lediglich sechstgrößter Erdölexporteur ist und seit 2019 nur geringer Nettoexporteur (unter Mitberücksichtigung der Erdölimporte in die USA). Dies ist dem Umstand zu geschuldet, dass die USA die weltgrößte Inlandsanfrage nach Erdöl hat, dass es diese enormen Fördermengen locker aufzehrt. Der Schieferölförderboom der vergangenen Jahre ermöglichte den USA jedoch eine historisch einmalige Steigerung ihrer Erdölproduktion und erheblichen Verringerung der Importabhängigkeit bis hin zu geringen Nettoexportmengen in 2019.

Die ‘Holländische Krankheit’ als Entwicklungshemmnis für ölreiche Staaten

Festzustellen ist auch, dass die größten Exporteure von Erdöl nicht automatisch reicher sind als jene ohne Erdölvorkommen. Eine Erklärung für dieses Phänomen liefert die ‘Holländische Krankheit‘, welche dann eintreten kann, sobald ein Land über große Rohstoffvorkommen, wie Erdöl oder Erdgas verfügt. Dadurch, so die Idee in Kürze, verlassen sich die Regierung und die Einwohner eines Landes zu sehr auf diese Rohstoffsektor und beginnen dabei Innovation und weitere Wirtschaftszweige wie das produzierende Gewerbe zu vernachlässigen, während es zu einer Aufwertung der lokalen Währung aufgrund eines Exportüberschusses kommt – mit insgesamt mittel- und langfristig negativen wirtschaftlichen Implikationen.

Eine der Möglichkeiten diesem entgegenzuwirken ist die Errichtung eines Staatsfonds auf Basis der Exportüberschusserlösen durch die internationalen Rohstoffverkäufe. Diese Kapitalmittel werden dann gewinnbringend im Ausland investiert wie dies heute viele der großen Erdöl exportierenden Länder tun – wie auch ein Blick auf die größten Staatsfonds weltweit demonstriert.

Wohlstand insbesondere für ölreiche Länder mit geringer Bevölkerungsgröße

Insbesondere die Golfstaaten vermochten es durch ihre vergleichsweise geringe Bevölkerungszahl und der dortigen relativ geringen Erdölförderkosten geschuldet in den vergangenen Jahren bescheidenen Wohlstand für ihre Bürger zu schaffen (die Bevölkerungsmehrheit zusammengesetzt aus Gastarbeitern ausgenommen). Heute gewinnt zunehmend die hiesige Tourismusindustrie dank subventionierter Staatsairlines und gewieftem Stadtmarketing an Bedeutung sowie deren Rolle als regionalem Unternehmenshub. Dies soll dazu beitragen die Abhängigkeit vom Erdöl ihrer Wirtschaftsleistung zu verringern. Die “Saudi Vision 2030” Saudi-Arabiens ist beispielsweise ein solcher von internationalen Beratungsfirmen entwickelter Wirtschaftsplan.

2019

Die international wichtigsten Ausfuhrländer von Erdöl

# Land Exporte (in Mrd. US-$) Weltmarktanteil
1 Saudi-Arabien 133,60 13,3 %
2 Russland 121,40 12,1 %
3 Irak 83,30 8,3 %
4 Kanada 68,10 6,8 %
5 Vereinigte Arabische Emirate 66,10 6,6 %
6 USA 65,30 6,5 %
7 Kuwait 42,00 4,2 %
8 Nigeria 41,00 4,1 %
9 Kasachstan 33,60 3,3 %
10 Angola 32,30 3,2 %
Weltweit 1004 68,4 %

2018

Die international wichtigsten Ausfuhrländer von Erdöl

# Land Exporte (in Mrd. US-$) Weltmarktanteil
1 Saudi-Arabien 183,0 15,9 %
2 Russland 129,0 11,2 %
3 Irak 92,3 8,0 %
4 Kanada 66,9 5,8 %
5 Vereinigte Arabische Emirate 66,8 5,8 %
6 Kuwait 51,6 4,5 %
7 USA 47,2 4,1 %
8 Iran 45,7 4,0 %
9 Nigeria 43,6 3,8 %
10 Angola 38,5 3,3 %
Weltweit 1150,9

2017

Die international wichtigsten Ausfuhrländer von Erdöl

# Land Exporte (in Mrd. US-$) Weltmarktanteil
1 Saudi-Arabien 133,6 15,8 %
2 Russland 93,3 11,1 %
3 Irak 65,0 7,7 %
4 Kanada 54,0 6,4 %
5 Iran 48,3 5,7 %
6 Vereinigte Arabische Emirate 46,1 5,5 %
7 Kuwait 38,2 4,5 %
8 Nigeria 33,0 3,9 %
9 Angola 31,7 3,8 %
10 Kasachstan 26,6 3,2 %
Weltweit 845,6


Quellen:
International Trade Centre (ITC) – Exportdaten.
Wikipedia – Holländische Krankheit.
McKinsey & Company – Saudi Arabia Beyond Oil 2030.


Christopher Wagner

Christopher Wagner

Durch mein Interesse an internationalen Wirkungszusammenhängen und dabei insbesondere Schwellenländern, zog es mich neben dem Studium der Sinologie sowie Volkswirtschaftslehre in weitere Teile dieser Welt, unter anderem China, Hong Kong, Polen, Portugal sowie Mexiko. Meine Leidenschaft ist die global vernetzte Welt, die ich mit unseren Lesern mit großer Freude teilen möchte! Möchten Sie mit uns über unsere Themen sprechen? Schreiben Sie uns!