Dies ist eine Übersicht samt Einordnung der zehn wichtigsten Exportprodukte der Schweiz
Gold – der heimliche Exportschlager der Schweiz

Gold ist der heimliche Exportschlager der Schweiz. Noch vor Medikamenten, Maschinen und Uhren war es 2018 das wertmäßig am meisten exportierte Einzelprodukt. Aber auch Produkte aus Blut sind für die Schweizer Exportwirtschaft von großer Bedeutung. Insgesamt wird deutlich, dass die schweizerische Wirtschaft sehr breit aufgestellt ist – jedoch mit Abhängigkeiten insbesondere im Edelmetallbereich (Gold) sowie im Pharmasektor (Medikamente, Blut), welche zusammen mehr als die Hälfte des jährlichen Exports ausmachen. Hier geht es direkt zu den TOP 10!

Die Schweizer Wirtschaft

Die Schweizer Volkswirtschaft ist die 18. größte Volkswirtschaft in absoluten Zahlen trotz ihrer vergleichsweise geringen Einwohnerzahl von 8,5 Millionen. Denn mit einem nominalem Bruttoinlandsprodukt pro Kopf von rund 83.600 US-Dollar zählt die Schweiz zu den fünf Ländern mit dem weltweit höchsten Einkommen. Unter den Ländern ab einer Größe von 200.000 Einwohnern belegt die Schweiz beim Bruttoinlandsprodukt pro Kopf (nominal) zurzeit gar den zweiten Rang nach Luxemburg.
Bei Exporten in Höhe von 263,1 Milliarden Euro (2018) und Importen von 236,4 Milliarden Euro wurde demnach ein Handelsbilanzüberschuss von 26,7 Milliarden Euro erwirtschaftet (Differenz zwischen Importen und Exporten). Die drei wichtigsten Exportländer der Schweiz waren 2018 dabei Deutschland, gefolgt von den USA und China. 

Edelmetalle

Unter dem Oberbegriff Edelmetall verbirgt sich hier im Fall der Schweiz ganz überwiegend verarbeitetes Gold. Die Schweiz fördert zwar kein eigenes Gold, doch dennoch ist das Land seit geraumer Zeit bereits weltgrößter Goldhändler. Einerseits befinden sich vier der global größten Gold-Raffinerien in der Schweiz, und zum anderen gibt es eine lange Tradition des Goldhandels insbesondere in Zürich samt der notwendigen Sicherheits- und Logistikstrukturen. Gold ist erstaunlicherweise noch vor Medikamenten, Maschinen oder Uhren wichtigstes Schweizer Exportgut. Über Edelmetalle hinaus ist der Rohstoffsektor von großer Bedeutung für die schweizerische Wirtschaft, wie Schweizer Rohstoffriesen wie Glencore, Vitol oder Trafigura unterstreichen, welche umsatzmäßig die drei größten Unternehmen der Schweiz sind.

Schweizer Pharmabranche

Die Pharmabranche gilt hinsichtlich Wertschöpfung und Export als zweitwichtigster Wirtschaftszweig der Schweiz. Ihre großen Pharmaunternehme sind Ausdruck davon. Das bei Basel ansässige Roche war dabei im Jahr 2018 nach Umsatz gar das international größte Pharmaunternehmen, Novartis das drittgrößte. Nach Umsatz sind die beiden außerdem siebt bzw. achtgrößtes Unternehmen der Schweiz. Die Exportkategorie Pharmazie setzt sich hier überwiegend zusammen aus Medikamenten, aber auch blutbasierten Immunstoffen sowie Blutplasma. Blut trug zu dieser Exportkategorie 2018 stolze 24,6 Milliarden Euro bei. Bei letzterem ist die Schweiz gar international im Export führend (siehe unseren Artikel über Blutexport). 

Schweizer Uhrenindustrie

Rolex, Patek Philippe oder die Swatch Group sind nur einige Beispiele bekannter Schweizer Uhrenhersteller. Zusammen ist die Uhrenindustrie von großer Bedeutung für die schweizerische Wirtschaft. So ist sie nach den Maschinen viertwichtigstes Exportprodukt der Schweiz. Rolex ist hierbei die nach Verkaufswert wichtigste Uhrenmarke der Schweiz und global die derzeitige Nummer zwei mit rund fünf Milliarden US-Dollar Umsatz. Nur Apple verkauft mittlerweile mehr Uhren mit seinen Smartwatches. Allerdings ist die Swatch Gruppe neben Swatch mit ihren Marken wie z.B. Omega, Blancpain, Rado, Calvin Klein sowie Tissot zusammen größter Uhrenkonzern der Schweiz bei einem Umsatz von 8,5 Milliarden Schweizer Franken (2018).


TOP 10 exportierte Produkte der Schweiz (2018)

# Produktkategorie in Mrd. € Anteil am Export
1 Edelmetalle (Gold) 69,0 26,2 %
2 Pharmazie 63,6 24,2 %
3 Maschinen- und Anlagenbau 21,1 8,0 %
4 Uhren 18,3 7,0 %
5 Chemie 17,6 6,7 %
6 Medizin- und Messtechnik 14,7 5,6 %
7 Elektrotechnik 10,9 4,1 %
8 Plastikprodukte (z.B. Rohre) 4,7 1,8 %
9 Kosmetik und Öle 3,2 1,2 %
10 Eisen- und Stahlprodukte (z.B. Schrauben) 2,7 1,0 %


Quellen:

International Trade Centre (ITC).
Handelsblatt.
Handelszeitung.
Swatch Group.

Christopher Wagner

Christopher Wagner

Durch mein Interesse an internationalen Wirkungszusammenhängen und dabei insbesondere Schwellenländern, zog es mich neben dem Studium der Sinologie sowie Volkswirtschaftslehre in weitere Teile dieser Welt, unter anderem China, Hong Kong, Polen, Portugal sowie Mexiko. Meine Leidenschaft ist die global vernetzte Welt, die ich mit unseren Lesern mit großer Freude teilen möchte! Möchten Sie mit uns über unsere Themen sprechen? Schreiben Sie uns!